Zweiradfahrer machten an sich diesem Wochenende zu hunderten auf den Weg zum Großen Feldberg. Es waren hartgesottene und verwegene
Radsportler beim Frühlingstraining, die sich per Pedale und Muskelkraft auf das 881 Meter hohe Plateau des Höchsten im Taunus emporschufteten. Ebenfalls vertreten waren einige E-Biker, die sich mit
erlaubtem Elektro-Doping bereits früh im Jahr auf Waldwegen und Landstraßen auf den Weg machten, um den »Top of Taunus« auf zwei Rädern zu erklimmen.
Grund für das totale Desinteresse der motorisierten Biker aber war ganz gewiss nicht die vom Hochtaunuskreis angekündigte erste von sieben
Sperrungen. Vielmehr hielt wohl das spätwinterliche Wetter am mittlerweile vierten Frühlings-Wochenende die Lust an der ersten Ausfahrt auf absoluter Sparflamme.
Als Motorradfahrer bedauere er, dass »ein paar Heißsporne und Rowdys« unter den Bikern die gesamte Szene in Verruf zu
brächten.
»Ich kann die Anwohner der Feldbergstraßen verstehen, wenn sich diese gerade an den schönen Wochenenden in der Saison von Motorradfahrern
genervt fühlen, die hinter den Kurven hochtourig und lautstark beschleunigen«, so der Frankfurter im Gespräch mit dieser Zeitung. »Doch in dieser Debatte ist es, wie in so vielen Bereichen unseres
Lebens: es wird nur noch polarisiert.«
Nach der Bilanz im Herbst müssen tatsächlich konkrete Ergebnisse diskutiert werden«, so der Biker. »Will man den Konflikt entschärfen, dann
muss die Politik auch Geld in die Hand nehmen. Nur mit Blitzanlagen kontrollierte Tempolimits oder weitere Bodenschwellen bringen tatsächlich etwas.«